Tierart -
Rasse - EKH
geboren -
Geschlecht -
Grund -
sonstiges - reine Wohnungshaltung
Vermittelt

 

Das ist der kleine Winnie.
Winnie ist ein ganz besonderer kleiner Kerl. Seine Pflegemama sagt immer: Wenn es dich nicht gäbe, müsste man dich erfinden!
Winnie wurde letzten September in einer Schrebergartenanlage gefunden und zu uns gebracht. Er war dort völlig allein und verhielt sich recht seltsam. Unter anderem lief er rückwärts.
Winnie zeigte einige interessante und auch schwierige Verhaltensweisen und er wurde von uns für eine neurologische Abklärung in die Kleintierklinik Frank nach Freiburg gebracht.
Es wird eine angeborene Störung in Groß- und Kleinhirn vermutet, möglicherweise durch eine Infektionskrankheit.
Was heißt das jetzt genau?
Winnie kann völlig normal laufen, klettern, springen.
Aber manchmal bleibt er quasi in einer Bewegung hängen, kann sie nicht mehr abbrechen.
Manchmal läuft er im Kreis und man muss ihn unterbrechen und umlenken, dem Köpfchen quasi einen anderen Reiz liefern, damit er diese Bewegung unterbricht.
Teilweise ist er sehr unkoordiniert. Fressen ist manchmal schwierig, weil er immer wieder in den Rand des Napfes beisst und das Futter nicht erwischt. Er vergisst manchmal, wie er vom Bett wieder runter kommt, obwohl er gerade erst drauf gesprungen ist und auch schon unzählige Male wieder allein runter. Dann steht er da und ruft um Hilfe.
Oder er vergisst, wo die Öffnung ist, durch die er gerade reinkam. Bei Kindergittern bspw. steht er in der falschen Ecke und rennt kopflos auf und ab ohne zu bemerken, dass die Öffnung nur ein paar Schritte weiter ist.
Wenn er gestresst ist, läuft er eben auch mal rückwärts.
Ansonsten ist Winnie aber ein süßer kleiner Kobold, der für sein Leben gern schmust und am Liebsten bei seiner Pflegemama auf dem Kopfkissen schläft.
Spielen ist auch super, vor allem mit einem Softball. Ein Fussballstar wird er nicht werden, dafür ist viel zu unkoordiniert, aber er kann sich sehr lange mit so einem Ball beschäftigen. Irgendwann ist er dann so müde, dass er quasi einfach umfällt und tief und fest schläft.
Winnie braucht also einen ruhigen Haushalt. Ruhige Hunde und ruhige Artgenossen sind möglich, viel Lärm und Unruhe nicht. Freigang geht natürlich überhaupt nicht, dafür ist sein Handicap viel zu groß.
Hört sich nicht so schwierig an…aber das Handicap bezieht sich leider auch auf das Toilettenmanagement.
Winnie weiß, was eine Katzentoilette ist und er ist auch gewillt diese zu benutzen. Aber manchmal fällt ihm einfach nicht ein, wo die Toilette ist oder wie er dort hinkommt. Und dann passieren unschöne Unfälle. Heißt, er setzt alles genau da ab, wo er gerade ist.
Am Besten lässt sich das managen, indem man Winnie regelmäßig in die Katzentoilette setzt. Denn oft ist es dann irgendwann so, dass er merkt, dass er eigentlich Kot oder Urin absetzen muss und das fällt ihm dann quasi in dem Moment ein.
Man sollte aber mit Unfällen in jeder Form rechnen.
Uns ist bewusst, dass es sehr schwierig ist für ein solches Tierchen ein Zuhause zu finden.
Aber er gehört eben auch zu den Schützlingen, für die das Tierheim verantwortlich ist, möglicherweise bis an sein Lebensende und es ist uns wichtig, dass auch diese Tiere gesehen werden!

Auf dem einen Bild sieht man Winnie mit den Wunden im Gesicht, die er sich selbst an den Gittern (abgerundet ohne Kanten!) zugefügt hat. Er hat in der Box völlig verzweifelt den Ausgang gesucht und sein Köpfchen hat ihn diese Bewegung nicht beenden lassen. Daher ist er direkt auf unsere Pflegestelle umgezogen. Inzwischen ist alles völlig verheilt. 

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